Wir sind „Jugend debattiert Schule“!

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Wir sind „Jugend debattiert Schule“, erkennbar an einem Schild im Eingangsbereich. Diesen Titel tragen wir zwar noch nicht sehr lange, erst recht keine 40 Jahre, dennoch sind wir als solche „Jugend debattiert Schule“ dieses Jahr schon recht erfolgreich durchgestartet. Doch erst einmal sollte ich erklären was genau denn „Jugend debattiert!“ überhaupt ist und wie der Wettbewerb so abläuft:

Jugend debattiert ist ein Wettbewerb für alle Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse, bei dem man in einer 24-minütigen Debattierrunde versuchen muss, die mit Debattierenden und Juroren durch Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen und Gesprächsfähigkeit zu überzeugen.
Eine Debatte ist immer gleich aufgebaut, es debattieren zwei Leute für (PRO) und zwei Leute gegen (CONTRA) eine Entscheidung, die in der jeweiligen Debatte getroffen werden soll. Zum Beispiel: Sollen in Nordrhein-Westfalen die Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen der 1- und 2. Bundesliga von den Vereinen getragen werden?
Jeder Debattant beginnt mit einer Eröffnungsrede, in welcher er zwei Minuten Zeit hat, seine (vorgegebene) Meinung darzulegen. Anschließend folgt eine 12-minütige freie Aussprache, bei welcher man an die Argumente anknüpft und die der Gegenseite entkräftet. Zum Schluss hat jeder noch mal eine Minute Zeit, um mit einem zusammenfassenden Statement abzuschließen.
Jugend debattiert hat mehrere Runden und startet mit einem internen Schulfinale, danach geht es weiter mit der Regionalqualifikation und dem Regionalfinale. In der Qualifikation werden die vier besten Debattanten für das jeweilige Finale, sowie zwei Ersatzleute ermittelt. So geht es immer weiter bis hin zum Bundesfinale vor unserem aktuellen Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Nun, da hoffentlich alle einen groben Überblick bekommen haben, kommen wir vom Allgemeinen mal wieder zurück zum Wettbewerb in diesem Jahr, das zweite Jahr überhaupt, in dem „Jugend debattiert!“ an unserer Schule stattfindet.
Schon bevor der Wettbewerb an sich dieses Jahr startete, war ein erster Erfolg zu vermelden, denn am 21. Januar haben Herr Bergmann und Frau Mangold (ehemal.. Referendarin), sowie weitere fünf Schüler unserer Schule eine „Jugend debattiert!“ Jurorenschulung erfolgreich abgeschlossen.
Daraufhin fand am 11. Februar das Schulfinale in der Stadtteilbibliothek statt.
Es wurde von Frau Bonsmann-Rudolph und Herrn Bergmann juriert, da Frau Mangold und Herr Schrader uns leider verlassen mussten. Daran teilgenommen haben acht Schüler aus der 9. und 10. Klasse, von denen sich Noah Laß (2. Platz) und ich, Francis Tittgen (1. Platz) mit Julian Hillenbrand (3. Platz) als Ersatzdebattanten für die nächste Runde, die Regionalqualifikation im Melanchthon-Gemeindezentrum in Essen, qualifizierten.
Kurz darauf erhielten wir die drei möglichen Fragen für die Regionalqualifikation, wovon im Endeffekt nur zwei Themen in der Qualifikation wirklich debattiert werden.
Im Klartext heißt das, dass man sich sowohl auf die pro- als auch auf die contra-Seite der drei Fragen ausführlich vorbereiten musste.
Doch auch in dieser Runde setzten Noah (3. Platz) und ich (1. Platz) uns erfolgreich durch und so wartete auf uns das Regionalfinale im Mülheimer Rathaus mit der Streitfrage, ob in Nordrhein-Westfalen gekennzeichnete Freiflächen für das Sprayen von Graffitis zur Verfügung gestellt werden sollen.
Also recherchierten wir im Internet und befragten Mitschüler, sowie Familienmitglieder und trugen nützliche Informationen und hilfreiche Argumente zusammen.

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Schließlich war der Tag gekommen und Noah und ich debattierten beide auf der Contra-Seite, also gegen eine Errichtung bzw. Freigabe solcher Freiflächen.
Nach 24 sehr langen Minuten war die Debatte vorbei und wir warteten auf die Rückmeldung der Juroren. Zuvor guckten wir uns allerdings noch eine ebenfalls sehr starke Debatte der Sekundarstufe II an. Schließlich standen die Ergebnisse fest und Noah und ich waren freudig überrascht als wir erfuhren, dass wir den 2. und 1. Platz belegten und somit an der Landesqualifikation NRW teilnehmen durften.
Des Weiteren war mit diesem Sieg ein sog. Regionalsiegerseminar verbunden, an welchem beinahe alle Debattanten der Landesqualifikation teilnahmen.
Das Seminar hat zwischen dem 11. März und dem 13. März in Soest stattgefunden. Das Ziel war es, unsere rhetorischen Fähigkeiten zu verbessern und zu erweitern, in Bezug auf Jugend debattiert, aber auch für ganz alltägliche Dinge. Außerdem sollten wir die anderen Debattanten näher kennenlernen und neue Verbindungen knüpfen.
Insofern war das Seminar ein voller Erfolg für alle Teilnehmer, so gab es keinen, dem es nicht gefallen hat und ich denke auch, dass wir jetzt durchaus in der Lage sind, uns selbst gut zu präsentieren.
Dies kam sehr stark in der Landesqualifikation zur Geltung, bei welchem alle 32 Teilnehmer sehr eng beieinander lagen, jedoch konnten weder Noah, noch ich mich durchsetzten und so war in Oberhausen dieses Mal Ende für uns.
Aber wir sind beide davon überzeugt, wie wertvoll das Seminar und der Wettbewerb an sich für uns waren und können daher auch nur jedem, Lehrern und Schülern, dazu raten im nächsten Jahr ebenfalls an „Jugend debattiert!“ teilzunehmen.
In dem Sinne:
„Jugend debattiert – Wir machen mit!“, zwar nicht in den letzten vier Jahrzehnten, aber hoffentlich in den nächsten 40 Jahren!
Katrin Bonsmann-Rudolph