Lerncoaching

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebe Kollegen,

 

seit langer Zeit bieten wir an unserer Schule individuelle Beratung bei schulischen Problemen an. Sie Schülerinnen und Schüler können von sich aus spontan zu einer festen Sprechstunde oder nach Absprache, auf Empfehlung  eines Fach- oder Klassenlehrers oder auf Wunsch der Eltern diese Beratung wahrnehmen. Innerhalb dieser Beratungsfunktion haben wir Beratungslehrer, Frau de Wit, Herr Bergmann, Herr Leyer und Frau Schulz, auch Lernberatung angeboten.

Ab sofort bietet Frau Schulz ein für unsere Schule neues Konzept an: das Lerncoaching. Hierbei werden dem Lernenden keine konkreten Lerntipps gegeben, beim Lerncoaching ist der Schüler der Experte, der Coach nur der Begleiter.

 

Aber was genau ist Lerncoaching?

Lerncoaching erweitert das Spektrum von Lernbegleitung. Der Coach blickt aus systemischer Sicht auf Lernprozesse. Mittels einer professionellen Gesprächsführung wird ein situativ angemessener Kontakt zum Lernenden hergestellt. Der Lerncoach geht auf das subjektive Erleben des Lernenden ein und ermittelt im Dialog mit ihm dessen Anliegen. Lerncoaching fokussiert konsequent auf die Ressourcen und die Lösungspotentiale des Individuums, um die Optimierung von Lernprozessen voranzubringen. Dies gilt sowohl für lernschwache als auch für lernstarke Schülerinnen. In diesem Zuge werden Lernstrategien entwickelt, Lernblockaden gelöst und die Motivation gestärkt. Solches Vorgehen eignet sich zur Unterstützung von Konzepten des selbstgesteuerten und kompetenzorientierten Lernens.

In der konkreten Lerncoaching-Arbeit werden Modelle und Methoden aus der systemischen und lösungsorientierten Beratung (Schlippe/Schweitzer 2012) mit Aspekten der Lern- und Motivationspsychologie kombiniert (Nicolaisen 2013). Im Zentrum steht die Interaktion zwischen dem Lernenden und dem Lernbegleiter. Bausteine aus der pädagogisch- psychologischen Gesprächsführung (Paliasch/Kölln 2014) liefern eine entsprechende Kommunikationsbasis. Lerncoaching bedeutet Beziehungsarbeit (Miller 2011) mit gleichzeitigem Fokus auf die individuellen Lernstrategien (Martin/Nicolaisen 2015).

Lerncoaching zeichnet sich aus durch

… Begegnung auf Augenhöhe zwischen Lerncoach und Lerncoachee … professionelle Gesprächsführung

… Arbeit mit emotionalen Anteilen

… zieldienliche Interventionen

… Fokussierung auf die Ressourcen und die Lösungspotentiale des Individuums

Ziele im Lerncoaching

~ Präzises Erfassen von Lernschwierigkeiten ~ Optimieren von Lernprozessen

~ Entwickeln von Lernstrategien

~ Lösen von Lernblockaden

~ Stärken der Motivation und der Selbstwirksamkeitserfahrungen

 

Literatur:

–   Martin, P. Y.lNicolaisen, T. (2015, in Vorbereitung): Lernstrategien fördern – Modelle und Praxisszenarien. Weinheim und Basel: Beltz Juventa

–     Miller; R. (2011): Beziehungsdidaktik. Weinheim und Basel: Beltz, 5. überarb. Auflage

–     Nicolaisen, T. (2013): Lerncoaching-Praxis. Coaching in pädagogischen Arbeitsfeldern. Weinheim und Basel: Beltz Juventa

–   Pallasch, W.lD. Kölln, D. (2014): Pädagogisches Gesprächstraining. Lern- und Trainingsprogramm zur Vermittlung pädagogisch-therapeutischer Gesprächs- und Beratungskompetenz. Weinheim und München: Juventa, 9. Auf!.

– Schlippe, A. von I Schweitzer, J. (2012): Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung, Bd. I. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2. Auf!.

 

In vielen Schulen hat sich diese Methode schon sehr erfolgreich etabliert. Voraussetzung ist jedoch ein wenig Geduld sowie die Mitarbeit des Coachee.

 

Ich hoffe, dass sich das Lerncoaching auch an unserer Schule erfolgreich durchsetzt und ich euch helfen kann!

 

Verena Schulz