Hausaufgabenkonzept

I. Verantwortung der Unterrichtenden

Die Lehrerinnen und Lehrer des Gymnasiums Heißen verstehen es als ihre Verantwortung, die unten aufgeführten Grundsätze des Umgangs mit HA zu beachten.
Nicht alle Grundsätze werden dabei in jedem Unterrichtsfach in gleicher Weise zum Tragen kommen, da sie sich immer an den z.T. sehr unterschiedlichen fachspezifischen Anforderungen und Lernzielen des jeweiligen Faches orientieren.

a. Grundsätze des Umgangs mit HA

  • Wir erachten Hausaufgaben als einen wichtigen Bestandteil schulischer Arbeit.
    Sie erfüllen zentrale und unverzichtbare Funktionen im Rahmen des Unterrichts,
    da…

    • sie die schulische Arbeit sinnvoll ergänzen (der wesentliche Teil des Lernerwerbs findet im Unterricht statt!).
    • sie den SchülerInnen die Chance geben, die im Unterricht erarbeiteten Inhalte und Fertigkeiten zu üben und zu vertiefen.
    • sie zur Vorbereitung/Nachbereitung der Unterrichtsstunden dienen.
    • die SchülerInnen die bereits erarbeiteten Inhalte wiederholen, wodurch allein ein langfristiger Lernerfolg erzielt werden kann.
    • die SchülerInnen den erlernten Stoff noch häufiger praktisch anwenden können (u.a. Informatik).
    • die SchülerInnen ihre Vorkenntnisse/Fertigkeiten in umfangreicherer Form einbringen können (u.a. Musik).
    • sie den SchülerInnen helfen, die oben beschriebenen Aspekte des Lernens immer selbstständiger zu meistern.
  • Wir sind der Ansicht, dass -abhängig von den Anforderungen der unterschiedlichen Unterrichtsfächer-  ganz unterschiedliche Formen von Hausaufgaben besonders effizient sind, wenn die SchülerInnen z.B.:
    • längere Texte verfassen (z.B. Deutsch, Englisch).
    • Material selbstständig auswerten (z.B. Erdkunde).
    • Informationen in Form der Recherche sammeln und strukturieren (z.B. Musik).
    • Beobachtungsaufträge auch über einen längeren Zeitraum ausführen (z.B. Kunst).
    • ihre Lernfortschritte selbstständig kontrollieren und evaluieren (z.B. Chemie).
    • Texte schriftlich übersetzen und das Erlernen von Vokabeln selbstständig erledigen (Latein).
    • selbstständige Programmierübungen durchführen (Informatik).
  • Wir verfolgen das Ziel, die HA in den Unterricht zu integrieren und das Anfertigen der HA im Unterricht vorzuentlasten, indem wir…
    • die SchülerInnen in die Evaluation der HA durch Einsatz von Bewertungsbögen, gegenseitige Korrektur oder Schreibkonferenzen einbinden.
    • vermehrte Lernzeit-Phasen im Unterricht einführen, was den SchülerInnen noch häufiger ermöglicht, im Unterricht Nachfragen zu stellen.
    • das Vokabellernen methodisch vorbereiten und begleiten (Fremdsprachen).
    • die HA im Unterricht auswerten und in die Weiterarbeit der Folgestunden einbinden.
  • Wir verfolgen das Ziel, die Belastung der Schülerinnen und Schüler durch HA möglichst gering zu halten, indem wir…
    • ins Klassenbuch zum „Liefertermin“ eintragen (ggf. mit Angabe der voraussichtlich benötigten Bearbeitungszeit), da so die Hausaufgaben besser koordiniert werden können; dadurch soll auch verhindert werden, dass die maximalen Arbeitszeiten (siehe Abschnitt I.b) überschritten werden.
    • durch Tafelanschrieb auf in Zukunft in allen Klassenräumen der Sekundarstufe I befindlichen Seitentafeln, verständliche Formulierungen und Möglichkeit der Schülerinnen und Schüler, Fragen zur Aufgabenstellung zu erörtern, einen höheren Grad an Transparenz schaffen.
    • unsere Unterstützungssysteme (Hausaufgabenbetreuung, Förderinseln, offener Ganztag) weiter ausbauen.
    • Wochenplanarbeit insbesondere bei umfangreicheren Aufgaben einsetzen, um die Belastung der SchülerInnen weiter zu reduzieren und ihre Eigenverantwortlichkeit zu fördern (Latein: nur bei Vokabeltraining; vermehrt in z.B. Informatik, z.B. Englisch: bei Projekten; Erdkunde: bei Lernzirkeln; Mathematik: vor den Klassenarbeiten, vor Abschluss der Unterrichtsreihe).
    • vermehrt elektronische Medien/internetbasierte Plattformen zur individuellen Betreuung bei der Erledigung der HA einsetzen (z.B. Informatik).
  • Wir verfolgen das Ziel, im Sinne der individuellen Förderung HA differenziert zu erteilen, indem wir …
    • die HA am tatsächlichen, individuell unterschiedlichen Leistungsstand ausrichten.
    • offene Aufgabenstellungen formulieren, die eine Lösung der Aufgaben auf unterschiedlichen Niveaustufen ermöglichen (z.B. in Informatik).
    • häufig ein arbeitsteiliges/differenziertes Vorgehen in Form von Kurzreferaten unter Einbeziehen der individuellen Interessenslage der Schülerinnen und Schüler ermöglichen (z.B. Biologie; Gesellschaftswissenschaften).
    • immer wieder auch „Basis-HA“ mit zusätzlichen (fakultativen) Aufgaben für besonders interessierte/begabte Schülerinnen und Schüler erteilen.
    • einen Materialpool für den Einsatz im Sinne differenzierter HA aufbauen.
  • Wir schaffen Verbindlichkeit durch einen einheitlichen und konsequenten Umgang mit nicht erledigten/nicht vorliegenden HA/fehlendem Material, indem wir…
    • in den Nebenfächern bei drei bzw. in den Hauptfächern bei vier nicht erledigten/vorliegenden HA einen Eintrag im Klassenbuch vornehmen und die Eltern informieren sowie ein zeitnahes Nacharbeiten im Anschluss an den regulären Unterricht organisieren
      (im 2. Halbjahr des Schuljahres 2011/12: Freitag, 7. Stunde).
    • bei wiederholter Teilnahme am Nacharbeiten ein Gespräch mit den Eltern des Schülers/der Schülerin sowie dem Schüler/der Schülerin selbst führen.
    • identisch vorgehen bei nicht vorhandenem Material (z.B. Sport).

b. Umfang der Hausaufgagen

Die Bearbeitungszeiten dürfen pro Schultag folgende Zeiten nicht überschreiten
(siehe auch sogen. „Hausaufgabenerlass“, BASS 12-31, Nr.1):

-Klassen 5 & 6:           max. 90 Minuten
-Klassen 7-9:               max.120 Minuten

Die Klassenleitung koordiniert die Verteilung und den Umfang der HA in einer Klasse und sorgt bei einer zu hohen Belastung der Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit allen Fachkolleginnen und
-kollegen für Ausgleich. Die hier formulierten Grundsätze, der Sinn, der Umfang und die Verteilung der HA werden zum Zwecke der Transparenz von der Klassenleitung mit den Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern regelmäßig thematisiert. Alle Gremien sollen sich mit den beschriebenen Aspekten der HA-Praxis an unserer Schule regelmäßig befassen.

c.  Allgemeines

In den Fächern, in denen schriftliche Arbeiten verfasst werden, kann nicht auf eine ergänzende Arbeit der Schülerinnen und Schüler außerhalb des Unterrichts verzichtet werden. Hierbei können sowohl schriftliche als auch mündliche Aufgaben erteilt werden.
In den übrigen Fächern kann nur phasenweise auf HA verzichtet werden, insbesondere kurz vor Klassenarbeiten. Doch auch hier sind HA ein wichtiger Bestandteil der schulischen Arbeit, da z.B. der Unterricht allein nicht genügend Zeit zum Üben und Vertiefen des erlernten Unterrichtsstoffes bietet.