JuniorAkademie

 

In den letzten Sommerferien besuchte ich vom 8. bis zum 18. August die JuniorAkademie in Jülich.
Die JuniorAkademie ist eine Sommerakademie für Schüler und Schülerinnen der achten und neunten Klasse mit Forderbedarf. Herr Guderley erzählte mir im Februar von der JuniorAkademie und bat mich, daran teilzunehmen. Also fing ich an eine richtige Bewerbung, also mit Zeugnis, Lebenslauf und zwei Bewerbungsschreiben, zu schreiben. Dann schickte ich die Bewerbung ab und bekam ungefähr einen Monat später die Antwort, dass ich teilnehmen dürfen werde.
Und so fuhr ich am 8. August nach Jülich. Als ich dort ankam, konnte ich erst noch meinen Koffer auf mein Zimmer bringen. Die Zimmer waren im Haus Overbach, ein ziemlich alter Häuserkomplex mit drei Stockwerken sowie ein anderes Gebäude mit Essenssaal. Mein Zimmer, welches im dritten Stock lag, hatte sogar zwei Etagen. Die Betten oben und Bad, Schränke und eine Art kleines Wohnzimmer unten.
Nun sollten wir all zurück ins „Science College“, ein moderner Neubau, in dem auch die Kurse, die wir vorher gewählt hatten, stattfanden. Nach der Begrüßung durch den Bundesbeauftragten (die JuniorAkademie wird vom Bundesbildungsministerium unterstützt) und die Akademieleiterin ging es für uns auch schon ab in unsere Kurse.
In meinem Kurs „Nanotechnologie“ stellten unsere Kursleiter als erstes fest, dass sie nicht gesiezt, sondern geduzt werden wollten, da wir ja nicht in der Schule wären. So verbrachten wir unseren ersten Kursblock (es gab jeden Tag zwei Kursblöcke a drei Stunden) mit netten Kennenlern- und Gruppenspielen. Nach dem Abendessen ging es mit den KüAs weiter. KüA steht für Kursübergreifende Angebote und genau das war es auch. Alle Kurse stellten gemeinsam ein Abendprogramm zusammen: Jemand schlug etwas vor und wenn es genug Mitinteressierte und die Örtlichkeiten dazu gab, wurde der Vorschlag umgesetzt. Es gab viele verschiedene KüAs, so wurden z.B. viele Sportarten, wie Fußball, Basketball, Volleyball oder Parcours, aber auch andere Dinge wie Karten-/Rollenspiel oder Standardtanz angeboten.
Am Morgen durften dann diejenigen, die sich noch mehr sportlich betätigen wollten um 7 Uhr Frühsport machen. Es bestand die Möglichkeit vier, fünf oder sechs Kilometer um einen Baggersee zu laufen oder sogar in ihm schwimmen zu gehen.
Für alle, egal ob Frühsportler oder Spätaufsteher, gab es dann um acht Uhr Frühstück. Nach dem Frühstück verbrachten wir die nächsten drei Stunden in unseren Kursen. Die „Nanos“ experimentierten viel, z.B. mit dem Lotuseffekt, es gab aber auch jeden Morgen eine Vorlesung über Themengebiete der Nanotechnologie, wie Nano-Kohlenstoff-Verbindungen oder Quantenphysik, Atomorbitale oder Tunneleffekt. Unsere Kursleiter richteten sich was die Themen angeht auch sehr nach uns: wenn jemand mehr über Quantenmechanik erfahren wollte, gingen sie in einer ihrer Vorlesungen darauf ein (der Tunneleffekt war ein beliebtes Thema…)
Nach dem Mittagessen hatten wir die Wahl zwischen Sport oder Chor. Beim Sport wurden diverse Sportarten angeboten, der Chor übte verschiedene Lieder ein, wie zum Beispiel Viva la Vida (Coldplay) oder Sweet Dreams (Eurythmics).
Nach unserem zweitem Kursblock gab es dann Abendessen, danach kamen wieder die KüAs und so weiter. Der Ablauf war jeden Tag der gleiche, es wurde aber nie langweilig. Es gab natürlich ein paar besondere Ereignisse, es waren aber nicht sie, die es nie langweilig werden haben lassen. Es waren die Menschen, die jeden Tag um dich herum waren. Die Leiter der Akademie waren natürlich auch nicht ganz unschuldig. Es wurde zum einen ein Mörderspiel organisiert, bei dem wir uns alle gegenseitig umbringen mussten. Jeder hatte einen Namen und eine Mordwaffe. Nahm das Opfer diese Mordwaffe aus irgendwelchen Gründen freiwillig in die Hand war es tot. Der Mörder durfte sich dann am Opfer seines Opfers versuchen. Dieses Spiel machte zwar etwas paranoid, hat aber auch total Spaß gemacht. Ab Beginn der zweiten Woche gab es dann auch jeden Tag einen (neuen) „Munkelbaum“. Es war ein großes Blatt Papier, mit einem Baum drauf und jeder durfte etwas draufschreiben. Wir waren am Anfang etwas skeptisch, haben aber schnell das Potenzial dieses Baumes erkannt. Über zahlreiche Insider gab es auch viele Anspielungen und sogar kleine Bildchen.
Am vorletzten Abend gab es auch eine Disco, in der zwar einige Lieder fragwürdig waren, man jedoch trotzdem wunderbar tanzen konnte. In den Kursen bereiteten sich nun schon alle auf die Abschlusspräsentation vor. Die Forensiker studierten ein kleines Theaterstück ein, in dem sie zeigten was der Unterschied zwischen Fernseh- und „echten“ Ermittlern ist. Die Microcontroller zeigten ihr Projekt: Ein interaktives und über das Smartphone steuerbares Gewächshaus. Und die Nanos zeigten in ihrer Präsentation was Nano alles kann und in welchen Maßstäben die Wissenschaftler wirklich arbeiten (in wirklich, wirklich kleinen). Der Chor führte die von ihm einstudierten Lieder („Sweet Dreams“, „Viva la Vida“ und „Falling slowly“) auf und das Orchester spielte „He’s a pirate“ (den Titelsong aus „Fluch der Karibik“). Nach einem doch etwas schweren Abschied mussten wir dann alle schon wieder nach Hause. Jemand hatte es ganz treffend formuliert. „Erst wollte ich nicht, dann wollte ich nicht mehr weg.“ Ich denke, dass galt für uns alle.

Tim Oschek, Klasse 10b