Sowi-LK besucht das Bundesministerium für Verteidigung

Am Mittwoch den 31.01.2018 besuchte unser Sowi LK in der Q2- begleitet von Frau Eppinger und dem Kurslehrer Herrn Preiser, das Bundesministerium der Verteidigung in Bonn.
Zunächst führte uns der Referent für Sicherheits- und Verteidigungspolitik David Ginster in das Besucherzentrum des BMVG.
Dort hielt er einen interessanten Impulsvortrag zum Thema moderne Kriegsführung, wobei der Fokus auf atomaren Waffen lag.
Wir blickten zurück auf das Jahr 1945, genauer gesagt auf den 6.08 und 9.08.45- die beiden Tage, an denen zum ersten Mal Atombomben als Waffe auch gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt wurden.
Der Jugendoffizier Ginster stellte dabei insbesondere heraus, dass die Strahlenbelastung atomarer Waffen deutlich geringer sei, als beispielsweise bei einer Kernschmelze in Atomkraftwerken( Tschernobyl und Fukushima).
Das eigentliche Vernichtungspotenzial dieser Waffen gehe von der, sich nach der Detonation ausbreitenden, Druckwelle sowie der extremen Hitzeentwicklung aus.
In Anbetracht der aktuellen Verteilung von Atomwaffen auf der Welt, konstatierte Ginster, dass ein dritter Weltkrieg den Tod des Großteils der Weltbevölkerung zur Folge haben könnte.
Dies liege zum einen daran, dass die Sprengkraft der Waffen durch fortgeschrittene Technologien unvorstellbar groß sei( Zarbombe 4000x so stark wie Hiroshima-Bombe) und zum anderen stünden neben den 5 offiziellen Atommächten USA, Rußland, China,Frankreich und Großbritannien auch zahlreiche weitere Staaten unter Verdacht, diese Form von Waffen zu besitzen respektive herstellen zu können.
Also behält das Zitat Albert Einsteins: „Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.“ nach wie vor seine Gültigkeit.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Kantine fuhren wir zum ehemaligen Regierungsbunker in Ahrweiler.
Die rund 17,3 Kilometer lange Bunkeranlage wurden in den Jahren 1960-1972 gebaut beziehungsweise erweitert und nach Ende des Kalten Krieges (Ende der 1990er Jahre) aus Kostengründen stillgelegt.
Während unserer Führung viel es schwer, sich das tatsächliche Ausmaß einer Anlage vorzustellen, die 3000 Personen im Falle eines Atomschlages Schutz bieten sollte.
Aufgrund des erfolgten Rückbaus konnten wir nur die ersten 203 Meter durchlaufen.
Nichtsdestotrotz faszinierte uns die minutiös geplante Anlage mit ihren zahlreichen Sicherheitsbereichen und der „Autarkie auf Zeit“.
Alles in Allem bot der Besuch in Bonn uns wichtige und interessante Einblicke in die Geschichte, brachte gleichermaßen aktuelle Konfliktsituationen zur Diskussion und beantwortete ebenso unsere Fragen zum Thema Atomwaffen und internationale Sicherheitspolitik.