Finster ist die Mitternacht – Balladenabend der 7b

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Tim starrt ins Publikum. Es herrscht Totenstille im Klassenraum der 7b, A410. Die Zuschauer warten gespannt darauf, was nun kommt. Das Licht geht an, schnell guckt Tim nochmal auf seinen Spickzettel. Denn auf diesen Moment hat er schon zwei Wochen lang gewartet. Seine Co-Moderatorin Bleona und er gucken sich ein letztes Mal an, dann sagt er mutig: „Liebe Eltern, herzlichen Willkommen zu unserem Balladenabend!“. Jetzt kann er vor Erleichterung lächeln.

Im Gymnasium Heißen fand am 18. Februar 2014 ein „Balladenabend“ statt. Er wurde von den Schülern der Klasse 7b inszeniert. Balladen sind meist längere Gedichte, die einer Erzählung ähneln und in denen oft wörtliche Rede vorkommt. Sie umfassen meist mehrere Strophen, die handlungsreiche Geschichten erzählen.

Der Abend startete mit Fontanes „Die Brück’ am Tay“ (geb.1819 im brandenburgischen Neuruppin), vorgetragen von Lennart, Tim und Marco. Passend zu ihrem Vortrag machten sie symbolische Bewegungen, die den Zug, einen Schatten und ein Licht darstellten. Nach dem Vortrag von Besian und Jonas „Die Rache“ von Ludwig Uhland (geb.1787) ging es mit dem „Der Erlkönig“ von Johann Wolfgang Goethe (geb.1749 in Frankfurt am Main) weiter. Carolin, Alina, Lea H. und Katherina hatten besonders große Freude, diese Ballade in eine Parodie zu verwandeln. Schon bei den Proben hatte die Klasse Spaß an der Inszenierung und auch an diesem Abend sollte der Vortrag lustig werden.

Nach der Pause trugen Christian, Jan W. und Hendrik Goethes „Der Zauberlehrling“ vor. Sie hatten zur Veranschaulichung ein Bild gemacht, das über den OHP an die Wand projiziert wurde. Besonders gut hatten die Jungs die Betonung der einzelnen Verse geübt und so wurde das Drama um den arroganten Zauberlehrling besonders eindrucksvoll. Johanna musste natürlich die Ballade ihres Namensvetters zum Besten geben. Gemeinsam mit Bleona spielte sie sehr überzeugend die Löwen, Tiger und Leoparden, die in Schillers „Der Handschuh“ in die Arena gelassen wurden! Zuletzt kam der Höhepunkt des Abends: Die ganze Klasse spielte zu dem Vortrag von Jan Heinrich Heines „Belsazar“ als Theaterstück vor. Kurzerhand wurde aus dem König Belsazar ein Kaiser, denn Marco Kaiser sollte den Protagonisten spielen. Unter dem Einfluss der Skifahrt, die eine Woche vorher stattfand, wurden an geeigneten Stellen einige Lieder eingebaut. Angelehnt an „Vater Abraham“ sangen die Schüler Kaiser Belsazar, der sechs Knechte hatte. Leider waren die Vorträge so schnell vorbei, dass wir uns entschieden, einfach alle ein zweites Mal zu hören. Als die Schüler einen dritten Durchgang forderten, war es aber schon so spät, dass wir den Feierabend einläuteten.

Zum Schluss gab es noch einen kräftigen Applaus für die Schüler der 7b und für die Deutschlehrerin Frau Domin.

Christian Adorf, 7b und Johanna Domin