Im Gespräch mit Zeitzeugen

Am 03.12.2012 besuchten wir, der Deutsch LK der Q2, eine Zeitzeugin, die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen wurde. Begleitet von Frau Domin und Frau Papaioannou machten wir uns auf den Weg nach Düsseldorf zum Nelly- Sachs-Haus, einem jüdischen Altenwohnheim, um uns mit Edith Devries über ihre Kindheit im Konzentrationslager Theresienstadt zu unterhalten. Zuvor hatten wir im Unterricht schon einige Auszüge ihres Buches “Nicht mit zu hassen, mit zu lieben bin ich da” besprochen, das sie mit Hilfe ihrer Tochter Ruth Bader verfasst hat.

Ähnlich wie in ihrem Buch fiel sofort ihre einfache, klare und sehr direkte Sprache auf, die uns zum einen sehr berührte, jedoch auch erschreckte. Frau Devries sprach offen über die furchtbaren und entsetzlichen Umstände, die ihre Kindheit prägten, denn sie lebte an einem Ort, der schrecklicher nicht sein kann. Obwohl diese Erlebnisse für uns unvorstellbar waren, brachte Edith Devries uns ihre Erfahrungen sehr ergreifend nahe. Schon in jungen Jahren wurde sie mit dem Tod und den Schicksalen ihrer Familienmitglieder konfrontiert. Da sie nicht wie die meisten Kinder in einem Heim untergebracht wurde, sondern bei ihrer Mutter blieb, befand sie sich immer unter kranken, alten Menschen und hatte nur wenige Freunde. In dieser erdrückenden Stimmung klammerte sie sich sehr an ihre Puppen, deren Verlust die Situation für sie noch verschlimmerte.

Ebenso zeigte sie uns bei unserem Besuch stolz ein Service, den einzigen Besitz, der ihr aus dieser Zeit noch geblieben ist. Auch wenn es ihr viele Jahre sehr schwer fiel, darüber zu reden, spricht sie heute ohne Bitterkeit und sieht es als ihre Aufgabe, der Welt ihre Geschichte mitzuteilen, damit so etwas niemals wieder geschieht. Ihr wichtigstes Anliegen, das sie immer wieder betonte, ist die Liebe zwischen den Menschen.

Insgesamt war die Exkursion informativ, aber vor allem bewegend und solange es noch Zeitzeugen gibt, sollte jeder diese Chance nutzen.

Janine Deitert und Marlene Hüsken, 12 a