Schülerwettbewerb „Begegnung mit Osteuropa“

Die Burg am Blauen Berge …

Spukt es dort wirklich? Was erleben Lara und Nico dort auf ihrer Klassenfahrt? Und wer ist die geheimnisvolle Frau mit den langen blonden Haaren?

Aufgeworfen wurden diese Fragen durch den Anfang einer Kurzgeschichte des Wuppertaler Schriftstellers Michael Zeller, der diese für den Schülerwettbewerb „Begegnung mit Osteuropa“ verfasst hat. Die Wettbewerbsaufgabe bestand darin, ein kreatives Ende der Geschichte zu verfassen.

Dieser Herausforderung stellten sich Belana Behrendt und Camilla Mücksch aus der Klasse 6d. Phantasievoll haben sie die Geschichte weitergesponnen und spannende Antworten auf die obigen Fragen gefunden.

Besonders Camilla Mücksch konnte die Jury mit ihrem literarischen Beitrag derart überzeugen, dass sie vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW mit einem Siegerpreis ausgezeichnet wurde. Zu diesem schönen Erfolg gratuliert das Gymnasium Heißen ganz herzlich.

Claudia Vogt

Eine Leseprobe aus dem Wettbewerbsbeitrag von Camilla Mücksch:

Immer wieder hörte man staunende „Ohs“ und „Ahs“. Je näher sie der Burg kamen, desto lauter wurden sie.

Vor ihnen bot sich ein unglaubliches Schauspiel. Zwei riesige Türme erhoben sich episch in die Höhe. Auf den Dächern der beiden Türme saßen, wie in einem Gruselfilm, Raben, die sich die Seele aus dem Leib krächzten. Im Burghof war eine Art Gebetshaus eingebaut. Hunderte und aber hunderte kleine Fenster ließen diese Kirche dennoch über die Türme ragen.

Lena fühlte sich immer mehr in die Zeit der Ritter zurückversetzt. Auch Nico, der schon eine Weile nichts mehr gesagt hatte, ließ ein gehauchtes „Wahnsinn“ aus seinem Mund entweichen. Plötzlich ertönte ein lautes Scheppern und Knarzen und das Eisengitter öffnete sich. Ihre Klassenkameraden, die jetzt erst den unregelmäßigen Steinweg hinauf gestolpert kamen, stoppten plötzlich und ein Lehrer löste sich aus der Traube. Das Rumpeln und Poltern der Koffer verebbte. Er wartete kurz, bis es leise war. Dann gab er den anderen Lehrern ein Zeichen, dass sie die Schüler durchzählen sollten.

„Liebe Kinder!“ begann er eine kurze Rede. „Ich freue mich sehr, dass unsere Lehrergemeinschaft ausgerechnet diesen Ort für unsere Klassenfahrt ausgesucht hat.“