„Von Barbiepuppen, Notwohnungen und dem Gefühl der Fremde“

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Lena Gorelik zu Gast am Gymnasium Heißen

Im Rahmen der „Osteuropa-Woche war am 9. Mai 2014 die bekannte russisch-jüdische Autorin im Gymnasium Heißen zu Gast. Sie las für die Jahrgangsstufen 9 und 10 aus ihrem Erstlingswerk „Meine weißen Nächte“. In dem autobiographischen Roman beschreibt sie das Leben einer jungen Frau, die als Zehnjährige aus ihrem Heimatland Russland nach Deutschland emigriert – mit einer Barbiepuppe in der Hand und der Nase am Zugfenster.

Unter Lena Goreliks Worten konnte man fast die Freude des Mädchens spüren, welches im Zug nach Deutschland endlich herausfindet, wie sich die Beinchen der Barbie biegen lassen, denn nur eine Barbie mit Kniegelenken ist echt, oder die Scham, erste Schulfreunde in die barackenartige Notwohnung mitzubringen, wo die Protagonistin mit ihrer vierköpfigen Familie auf vierzehn Quadratmetern wohnt.

Begleitet wurde die Lesung von Herrn Stockey am Klavier und Lev Apanasenko am Akkordeon, die das Gefühl der verlorenen russischen Heimat durch landestypische Instrumentalstücke unterstrichen.

Für das leibliche Wohl sorgten Schülerinnen der Klasse 7c, die unter Anleitung von Frau Schlüter Pelmeni, eine bekannte russische Spezialität, zubereiteten. Dies sind mit Puten- oder Hackfleisch gefüllte Teigtaschen.

So konnten die SchülerInnen Facetten russischer Kultur jenseits der aktuellen politischen Dissonanzen kennen lernen.

Victoria Lubarski-Goldbeck