Opernbesuch: Carmen von Bizet

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Am Sonntag, den 13.01.13 fanden sich abends, trotz anfänglicher Skepsis, der Musikgrundkurs der Q1, sowie die Lehrer Herr Dißelmeyer und Frau Romsics im Opernhaus Duisburg ein. Nach mehrstündiger Vorbereitung sollten nun die Ergebnisse der letzten Stunden fruchten – ein Besuch von Georges Bizets „Carmen“ stand auf dem Programm. Nachdem man sich mehr oder minder vollständig versammelt, die Jacken abgegeben und sich in die doch recht sparsam bemessen Sitze hineingefaltet hatte, begann auch die Atmosphäre, die einem Opernbesuch innewohnt zu wirken. Mit dem Auftritt des Dirigenten und dem Erklingen der Ouvertüre begann die Reise durch ein Spanien voller dunkler Leidenschaft.

Besonders in dieser Inszenierung der „Carmen“ stehen die düsteren Facetten der menschlichen Leidenschaften und des Freiheitsbegriffes im Vordergrund; im Unterricht war dieser Aspekt hinreichend besprochen worden. Beim Bühnenbild handelte es sich in gewisser Weise um eine Hommage an den spanischen Maler Goya, dessen Interpretation eines düsteren und grotesken Spaniens die Abgründe von Liebe und Gesetzlosigkeit aufzeigte, ohne übermäßig lang bei deren romantischen Konnotation zu bleiben. Ein langer schwarzer Korridor des Verderbens, die Unterschiede, wie fröhliche, „typisch spanische“ Stimmung im Vergleich zu Carmens Ausbrüchen nur porträtiert durch das Licht. Auch die Kostüme taten ihren Teil, den Kontrast zu visualisieren – schwarz mit roten Versätzen, die Farben der Schmuggler, blau und weiß, die Farben der Dragoner und der Micaela, gelb, golden, schillernd, die Farben des einzig freien Helden – Escamillo. Carmen, als sich nach der Freiheit Sehnende, trägt in ihrem letzten Gefecht, gegen den Stier, gegen Don José seine Farben, eine Metapher dafür, dass sie ihre Freiheit nicht auf dieser Welt, sondern nur im Tod findet.

Auch wenn dieser Opernbesuch für viele der erste war, so gab es doch überraschend positive Reaktionen. Für einen Sonntagabend waren alle, ihren Verhältnissen entsprechend, motiviert, sodass man letztenendes sagen kann: Gerne wieder!

Luisa Conrady, Q1

Veröffentlicht unter Musik