Wie groß soll Europa noch werden?

Wie groß soll Europa noch werden?- Ein Planspiel zu den Problemen des Erweiterungsprozesses Am Montag, den 27. Mai kamen drei Team- Studentinnen von der Landeszentrale für politische Bildung an unsere Schule, um einen Tag mit uns, der 9a zu verbringen. Sie hatten ein Planspiel vorbereitet, durch welches wir lernten, wie es abläuft, wenn ein Land der EU beitreten möchte.

Zunächst wurden wir in verschiedene Gruppen eingeteilt: der Rat, die Kommission, die Presse, das Parlament und die Bewerber-Länder Kroatien und Serbien. In jeder Gruppe gab es verschiedene Charaktere mit eigenen Ansichten und Aufgaben, so wurden z. B. im Rat, im Parlament und in der Kommission die Rollen der Vertreter und Abgeordneten aus den unterschiedlichen Ländern verteilt. Wir bekamen Rollenbeschreibungen, in denen die persönlichen Ansichten und Ziele der Charaktere erklärt wurden. Das Parlament, der Rat und die Kommission wählten jeweils einen Präsidenten.

Der Kommissionspräsident eröffnete das Planspiel mit einer Rede. Nachdem sich im Rat und im Parlament die Abgeordneten gegenseitig ihre Meinungen zur Erweiterung der EU vorgestellt hatten, fertigten beide Gruppen ein Positionspapier an, welches sie dann der Presse gaben. Währenddessen führte die Kommission ein Gespräch mit der Presse und die Bewerberländer erstellten Anträge, in denen sie begründeten, weshalb sie in die EU eintreten möchten.

Diese Anträge übergaben die Bewerberländer dem Rat, der Kommission und dem Parlament, welche sich nun auf ein Gespräch mit den Bewerberländern vorbereiteten. Inzwischen führte die Presse-Gruppe Interviews mit verschiedenen Personen und gestalteten eine Presse-Wand mit allen Statements und Skandalen. Nun stellten sich die Bewerberländer Kroatien und Serbien dem Rat, dem Parlament und der Kommission vor, welche sich Fragen an die Länder überlegt hatten. Schon in diesen Gesprächen wurde klar, dass Kroatien deutlich bessere Chancen hatte, da es mehr die Kopenhagener Kriterien erfüllte, welche Voraussetzung dafür sind, ein Mitgliedsland der EU zu sein.

Anschließend wurde von der Presse eine Talkshow veranstaltet, in der einzelne Abgeordnete zu dem aktuellen Stand der Besprechungen befragt wurden. Die Kommission und das Parlament berieten sich nun ausgiebig und reichten dem Rat eine Stellungnahme ein. Nach einigen Diskussionen traf der Rat nun die Entscheidung, dass Kroatien den Beitrittskandidatenstatus erreicht hat und Serbiens Antrag abgelehnt wurde, da Serbiens Vertreter ihre Aufgabe nicht wirklich ernst genommen hatten und Serbien die Ansprüche nicht erfüllen konnte. Wir schlossen den Tag mit ein paar Feedbacks ab.

Uns hat das Planspiel gut gefallen, da man nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch gearbeitet hat und man viel über die EU dazu gelernt hat, jedoch hatten nicht alle Gruppen gleich viele Aufgaben, weshalb manche nicht immer wussten, was sie jetzt machen sollten. Es wurde deutlich, wie lange so ein Prozess dauert, der sich im reellen Leben allerdings teilweise sogar über ein paar Jahre hinzieht.

Anna Köster und Lena Zimmermann, 9a